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Der Biber


BiberBiologie des Bibers
Biber sind die größten europäischen Nagetiere. Sie werden 10 bis 15 Jahre alt. Erwachsene Tiere können ein Gewicht von bis zu 30 kg und eine Länge von über 1,30 m erreichen. Die Weibchen werden dabei geringfügig größer als die Männchen. Jedes Jahr werden ein bis drei Jungtiere geboren, die nach 2-jähriger Aufzucht den Bau verlassen müssen.

Biber haben ein typisches Nagergebiss mit insgesamt 20 Zähnen. Im Ober- und Unterkiefer sitzen die kräftigen, tief im Kiefer verankerten Schneidezähne. Sie sind wurzellos und wachsen ständig nach.
Biber sind reine Pflanzenfresser. Im Sommerhalbjahr werden vor allem krautige Pflanzen und Jungtriebe von Weichhölzern gefressen. Wo Landwirtschaft an die Gewässer angrenzt, nehmen sie auch Feldfrüchte. Im Winter ernähren sich Biber von Baumrinde und Knospen. Da Biber nicht klettern können, müssen sie die Bäume fällen, um an die Rinde zu gelangen. Biber bevorzugen zwar Weichhölzer, vor allem Weiden und Pappeln, fällen aber auch Buchen, Eichen und Nadelhölzer.

Biber leben in räumlich begrenzten Revieren, die sie markieren (Drüsensekret Bibergeil) und auch gegen zuwandernde Biber verteidigen. In dem Revier werden Wohnbauten angelegt, die als Schutz- und Zufluchtsstätten sowie zur Aufzucht der Jungtiere dienen.
Damit der Biber und seine Nachkommenschaft sicher leben kann, legt der Biber den Eingang zur Biberburg unter die Wasseroberfläche.

Verbreitung des Bibers in Deutschland
Der Biber war in Deutschland bis ins Mittelalter weit verbreitet. Er wurde durch gezielte Verfolgung (Pelz, Fastenspeise, Bibergeil) fast überall ausgerottet. In Bayern wurde im Jahr 1867 der letzte Biber beobachtet. Nur an der Elbe konnten sich Restbestände halten. Durch gezielte Artenhilfs- und Wiederansiedlungsmaßnahmen ab 1966 hat sich der Bestand in Deutschland auf etwa 12.000 Biber regenerieren können. Heute kommen davon etwa 6.000 Biber in Bayern vor.

Populationsentwicklung in Unterfranken
Der erste Biber in Unterfranken wurde im Jahre 1990 im Sinngrund bei Rieneck beobachtet. Er stammt aus einem Wiederansiedlungsprojekt im hessischen Sinntal von 1987/88. Heute finden wir Biber im Sinngrund, an der Wern, am Lohrbach, im Hafenlohrtal, im Schondratal, an der Fränkischen Saale und am Main. Die Ausbreitung des Bibers in Bayern ist inzwischen soweit fortgeschritten, dass vermutlich Biber aus dem Donauraum über das Taubertal in die Ochsenfurter Gäulandschaft gelangt sind. Damit werden die hessischen und süybayerischen Biberpopulationen in Unterfranken aufeinander treffen. Die Biberpopulation wuchs seit der Wiederentdeckung im Jahr 1990 in Unterfranken stetig an und erreichte im Jahr 2001, also nach rund 10 Jahren, etwa 140 Tiere.

Ein Damm, der von Bibern errichtet wurde.Konflikte in der Kulturlandschaft
In unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft findet der Biber kaum einen geeigneten Lebensraum. Es entstehen Nutzungskonflikte, wenn der Biber die vom Menschen genutzten Gebiete selbständig verändert. Der Biber lebt in den Gewässern und den angrenzenden Uferrandstreifen und staut dabei Bäche und Gräben an. Dadurch können land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen stark vernässen oder überflutet werden. Er baut vom Ufer aus in die angrenzenden Uferflächen Röhren. Diese sind in der Regel weniger als 5 m lang, können aber einbrechen, so dass Fahrzeuge einsinken können. Ein Ankauf oder über Verträge stillgelegte Gewässerstreifen können auftretende Probleme mildern.

Biber fällen auch die Obstbäume, was nicht nur zu Konflikten mit der Landwirtschaft, sonder auch zu Ärger im Siedlungsbereich führen kann.

Konfliktlösung
Der Biber soll als Bestandteil unserer Kulturlandschaft überleben können, gleichzeitig sollen mögliche Schäden in Konfliktbereichen verringert oder vermieden werden. Ein Anspruch auf den Ersatz von Schäden, die durch Biber verursacht wurden, besteht nicht. Es bestehen verschiedene Möglichkeiten zur Konfliktlösung, z.B.:
  • Einsatz von Dammdrainangen
  • Schaffungen von Pufferstreifen entlang der Gewässer
  • Zäunungen
  • Schutz von Obstbäumen durch Drahthosen
Hierfür stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zu Verfügung, über die Sie die Naturschutzbehörden gerne informieren. Verursacht ein Biber erhebliche Schäden und sind Abhilfsmaßnahmen nicht möglich, so kann das Wegfangen der Biber in Betracht gezogen werden.

Schutz des Bibers
Auf Grundlage der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU unterliegt der Biber den besonderen Schutzvorschriften des Artenschutzrechtes. Er ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Daher ist grundsätzlich verboten, ihm nachzustellen, ihn zu fangen, zu verletzen, zu töten oder seine Wohn- oder Zufluchtstätten zu beschädigen oder zu zerstören. Außerdem darf er an seinen Wohn- oder Zufluchtstätten nicht durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen gestört werden. Ausnahmen von den Schutzvorschriften sind nur mit Genehmigung der Höheren Naturschutzbehörde möglich. Der Biber unterliegt dem Jagdrecht.

Am staatlichen Bibermanagement in Bayern sind beteiligt:
  • Naturschutzbehörden (siehe unten)
  • Biberberater beim Bund Naturschutz
  • Ehrenamtliche Biberbetreuer vor Ort

Ansprechpartner:


Höhere Naturschutzbehörde
Regierung von Unterfranken
Manfred Mack
E-Mail: manfred.mack@reg-ufr.bayern.de
Telefon: 0931/380-1379


Untere Naturschutzbehörde
Landratsamt Main-Spessart
Rainer Maier
E-Mail: rainer.maier@lramsp.de
Telefon: 09353/793-423



Biberburg

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