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"Balse"


"Unser Haus wird "Balse" genannt.
Im Jahr 1661 war der Besitzer ein Hans Lindt, der Schultheiß war. Unser Ahne Balthasar Müller besaß das Haus Nr. 31 hier, jetzt "Röders" genannt. Der Name rührt von einem Johann Röder her, der hernach Nr. 31 besaß. Balthasar Müller erscheint dann als Besitzer von Hausnummer 1 und von ihm kommt der Hausname "Balse". Die Grundstücke die Balthasar Müller zugleich mit Hausnummer 31 hatte, behielt er zumeist bei. Dagegen gehören zu Hausnummer 31 jetzt Grundstücke, die vorher bei Hausnummer 1 waren, also gleichsam bloß ein Häusertausch.

Das Jahr, in dem Balthasar Müller unser Haus in Besitz nahm, ist nicht genau festzustellen. Vielleicht war es schon 1661 oder nicht lange hernach. Die Grundstücke besaß er schon. Die Nummerierung der Häuser begann früher in Fellen bei der jetzigen Hausnummer 34, ging von da an der Winterseite hinauf und dann von unserem Haus, das Nummer 8 hatte, an der Sonnenseite hinunter. Hausnummer 43 bestand noch nicht.

Auf Balthasar Müller folgte Johann Georg Müller und dann Andreas Müller, immer vom Vater auf den Sohn.

Nun kommt der Name Fischer. Die Tochter des Andres Müller heiratete Johann Fischer aus Hausnummer 4 ("Schmieds"). Diesem folgten dann, immer vom Vater auf den Sohn Konrad, Johann und Hermann. Näheres enthält unsere Ahnenaufzeichnung.

Nur wenige Häuser in Fellen können sich rühmen seit so langer Zeit im Besitze derselben Familie zu sein.
O ihr Späteren sorgt doch, daß es bis in die fernsten Zeiten so bleibe, daß von Geschlecht zu Geschlecht immer einer von uns auf dem Anwesen sitzt. "Einer" sage ich, damit meine ich, es soll immer ein "Fischer" sein. Das läßt sich ja machen, wenn's nicht mal ganz schlimm und verkehrt kommt. Ich zum Beispiel habe drei Söhne: Hermann, Josef und Bruno. Sollte Hermann, der jetzige Besitzer des Anwesens nicht einen Sohn hinterlassen, der das Anwesen übernähme, oder nicht einen dazu passenden oder willigen, so lasse man einen Sohn Josefs zu, oder wenn's auch da nicht klappen sollte, einen Sohn Brunos. So immer den zuerst Geborenen oder den vom zuerst Geborenen Abstammenden das Vorecht lassend. So muß es doch zu machen sein, wenn Seitenlinien im Notfall benutzt werden. Es ist mir, als dürfte ich dessen gewiß sein, daß dieser mein Wunsch beachtet, vielleicht sogar als Hausgesetz heilig gehalten wird. Daß es schön und zweckmäßig, ja mit jeder Generation an Wert und Bedeutung gewinnt, ihr lieben Nachkommen, muß jedem von euch einleuchten. Und so vertraue ich euch, ich spüre es in mir, ich darf es, darf euch trauen, wie mir selber. Ihr seit ja die Fortsetzung meines "Ichs" und diese Familienangelegenheit ist durch die Familie viel besser gesichert und geschützt, als durch Staatsgesetze. Letzte kann man nun auch nicht mehr zu Hilfe nehmen, weil sie, was hier einschlägig war, aufgehoben sind.

Laßt unser Haus, oder Häuser, ich habe ja noch zwei hinzu errichtet, wie seither, auch ferner eine Stätte sein, wo sich alle, die daraus hervorgegangen, gerne treffen. Alle sollen das Gefühl haben im Falle äußerster Not, wenigstens Schutz vor Kälte und Hunger finden zu können.
Meinen Segen allen, die Obiges zu beachten bestrebt sind."


Dieser Text wurde am 14. Februar 1922 von Johann Fischer verfasst.




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