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"Baerdesch"


Die Bezeichnung "Baerdesch" erhielt das Anwesen wegen seines früheren Besitzers, Peter Fischer.
An der südlichen Seite des Gebäudes ist folgende Inschrift zu lesen:
"Dieses Hauß hat erbaut Johannes Haas und seine Haußfrau Margaretha im Jahr Christi aufgericht den 20. May 1800".


An der Treppe steht die Jahreszahl 1802, an der Kellertür unter der Treppe 1848. Die gewölbten Keller selbst, heißt es, sind um 1865 gemacht. 1849 wurde der Stallanbau gebaut und das Vieh kam unter der Wohnung weg. Auf dem Viehstall wurde ein Tanzsaal errichtet. Aber auch hier zerstörten die Stalldünste die Deckenbalken über kurz oder lang. 1909 wurden deshalb schließlich Balken aus Eisen eingezogen. Der bisherige Stockwerkaufbau wurde durch eine massive Backsteinmauerumfassung ersetzt. Der Dachstuhl blieb unverändert.

Die Scheuer wurde dann im Jahre 1852 erbaut. Die alte Scheuer stand beinahe auf dem selben Platz - nur etwas näher am Wasser, am Bach, und steckte mehr im Boden. "Der Baerdesch-Hannes baut in die Luft", sollen damals die Leute gesagt haben. Nun ist sie gar nicht mehr hoch. Brenn- und Backhaus wurden 1875 erbaut. (Balze-Chronik)

Martin Hartmann heiratete 1748 die Tochter von Peter Fischer. Auch aus dieser Ehe gingen keine Söhne hervor, so dass es durch die Einheirat von Johannes Haas aus "Hanspeters" erneut zu einem Namenswechsel kam. Er heiratete 1780 Margarete, die Tochter von Johannes Haas. Sie errichteten 1800 das Vorhaus. Sein Sohn Heinrich Haas heiratete 1803 Maria Eva Kunkel aus "Wellpetersch" in Wohnrod. Heinrich war von 1808 bis 1829 Schultheiß von Fellen. Bereits mit 48 Jahren verstarb er. Nach ihm übernahm sein Sohn Johannes das Anwesen. Dessen Bruder Johann Georg Haas, von Beruf Bauer und Hausmetzger, heiratete 1831 ins "Löbse" ein. Sein Schwager wanderte nach Amerika aus, weil er nicht die richtige Frau in Fellen gefunden hatte.
In einem vom mehreren Generationen benutzen Notizbuch ist 1866 folgende Eintragung zu finden:
"Johannes Haas in Fellen, Hausnummer 14, hat bei dem Krieg, welcher zwischen dem König von Preußen und dem Kaiser von Österreich und seinen Bundesgenossen im Jahre 1866 entstanden ist, am 13. April1866 vierzig Mann preußische Soldaten, wovon 4 Unteroffiziere waren und zwei Offiziere, auf zwei Tage zur Einquartierung mit der vorgeschriebenen Verköstigung erhalten. Am 15. Juli 1866 ( welches auf einem Sonntag war ) zog die preußische Armee hier wieder ab. Ferner hat Johannes Haas bei der am 13. Juli 1866 angekommenen preußischen Armee einen Vorspann-Mann mit zwei Pferden von dem 13. Juli auf 14. Juli 1866 zur Einquartierung mit Verköstigung eines Abendessens und Frühstück erhalten. Ferner hat Johannes Haas im Jahre 1866 am 20. August 7 Mann preußische Soldaten und 1 Offizier zur Einquartierung erhalten, welche am 21. August 1866 wieder abmarschierten."

1872 übernahm Ludwig Haas den Hof. Er betrieb neben seiner Landwirtschaft das Dorfgasthaus. Die Wirtschaft bestand bis ins Jahr 1878. Ludwig Haas starb 1899. Seine Witwe vererbte den Hof an den Neffen ihres Mannes, Josef Haas. Dieser begann nach seiner Eheschließung im Jahr 1908 mit der Bewirtschaftung. Das verfallene Stallgebäude wurde erneuert und der darauf befindliche Saal zum Wohnraum umgestaltet. Die äußere Form des Gehöfts blieb dabei unverändert. Im Jahr 1949 wurde das schöne Fachwerk freigelegt. Mitte der 70ger Jahre wurde das Haus dann in die Denkmalliste aufgenommen. Die damaligen Besitzer Ernst und Helene Fischer, geb. Haas, planten, das Gebäude durch einen Neubau zu ersetzen. Allerdings wurde dieses Bauvorhaben nicht genehmigt. Als Ludwig Fischer das Anwesen von seinem Vater übernommen hatte, erfolgte die grundlegende Renovierung. Für diese vorbildliche und gelungene Renovierung erhielt Ludwig Fischer den bayerischen Staatspreis.

Besitzer des Anwesens:
  • Jakob Müller (erwähnt 1656)
  • Martin Fischer (1680)
  • Johannes Fischer (als Nachbar angenommen 1696)
  • Peter Fischer (als Nachbar angenommen 1719)
  • Martin Hartmann (eingeheiratet 1748)
  • Johannes Haas (eingeheiratet 1780)
  • Heinrich Haas (1805)
  • Johannes Haas (1841)
  • Ludwig Haas (1872)
  • Josef Haas (1908)
  • Ernst und Helene Fischer (1957)
  • Ludwig Fischer (1984)
  • Katrin Brandl, geb. Künzig (2004)



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