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Die Fellner Sproach


Wu de uff de Weld heewannerscht,
überol dou red me annerscht.
Kömmt en Fri-emer noch Felle he-i!
Konn dar uns nurasou verschte-ih ?

Mir gian aue - nicht auf den Acker,
Wir pflügen nicht - mir müsse zacker.
Statt in den Wald - gian mir naus die Häcke,
Mit 'm Spazierstock ? - Na! - Mit'm feste Stäcke.
Da daus gits Dannezücker, Säubier und Schwömm,
Un Petzimäse laffe überal röm.

Wu annerscht gits "freche Görn", souviel ich wäß.
Bei uns häßt's: Du läushammel, du Läusgäß !
Bei uns wird nicht gekrochen, da wird gegäult,
Nicht geweint, - na, geschreit un geheult.
Wann die Kinn' a Troachet Schläich kriecht huan.
Die Weisbeller kocha Klöaß un saure Buan,
Grumbirndätschcher un Kömmerlinszaloat,
A Broatefläsch - wann merschn hoat !

Die Mannskällich mache Base un Schöppestiel,
Wir machen nicht Visit - mir gian halt spiel.

Wir vespern nicht - mir halle neu Auer,
En richtige Handkäas, net ze leis, net zu sauer.
Nouch besser Schwoartemoache uf'm Daaler
Un früsche Äppelmoust vom Kaaler.

Bei der Kinnzäch braucht mer Döite un Pätter.
Die ällere Leut hässe Base un Vetter.

Durch unser Durf flißt der Bach? Na! - die Boach -
Wie schüa is doch die Feller Sproach !


Straße nach Aura um 1950

Nur wenige wissen heute in Fellen mit dem Namen Frieda Bardroff-Fischer etwas anzufangen. Zu Unrecht ist die Mundartdichterin bei vielen in Vergessenheit geraten und nur ein schlichter Grabstein auf dem Friedhof erinnert an sie.

Die Dichterin des Fellener Heimatlieds wurde am 20. Februar 1889 als ältestes Kind des Fellener Bürgermeisters und Baumschulenbesitzers Johann Fischer geboren. Den größten Teil ihrer Jugendzeit verbrachte sie bei ihrem Onkel Alois Fischer, der in Rannungen bei Schweinfurt Pfarrer war. Dieser erkannte schon früh ihre Begabung auf literarischem und musikalischem Gebiet und förderte durch Privatunterricht das begabte Mädchen. Ab 1904 besuchte sie zur weiteren Ausbildung das Seminar der Ursulinen in Würzburg. Auf Grund ihrer guten Vorbildung rückte sie bereits nach einem Jahr in die oberste der drei Klassen vor. Ihr Onkel setzte sich für ihre weitere Ausbildung zur Lehrerin ein, da sie wegen ihrer schwächlichen Gesundheit für eine schwere körperliche Arbeit nicht geeignet sei. Schweren Herzens stimmten ihre Eltern zu, da ihnen die älteste Tochter im kinderreichen Haushalt und in der Landwirtschaft eine willkommene Unterstützung gewesen wäre. Nach zwei Jahren Seminarzeit in Waldsassen legte sie 1907 die Lehramtsprüfung in Amberg ab. Nach ihrem Praktikum in Rannungen wurde sie 1908 als Hilfslehrerin nach Burggrumbach berufen.
1912 heiratete sie den Lehrer Emil Bardroff aus Reußendorf und durfte deshalb ihren Beruf nicht mehr ausüben, da damals nur unverheiratete Frauen in den Schuldienst übernommen wurden. Nach dem zweiten Weltkrieg stellte sie sich wieder für den Schuldienst zur Verfügung und unterrichte mehrere Jahre die Jugend von Willanzheim.
Zu ihren bekanntesten Werken zählt das Fellener Heimatlied, das ihr Bruder Bruno Fischer vertonte. Neben ernsten Gedichten und Texten für Kirchenchöre galt ihre große Liebe jedoch der Fellener Mundart, die sie auf humorvolle Weise zu bewahren versuchte.
Am 15. Oktober 1963 starb sie in Kitzingen und ihr größter Wunsch war es in ihrer Heimat begraben zu werden.


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