Fotovorschau und Logo ausblenden
Quick-Navigator:
Suche:
Sie sind hier: Fellen » Aktuelles » Veranstaltungen » Kirchweih in Fellen 

Kirchweih in Fellen


Vor mehr als 100 Jahren..
.. wurde der "Kirbma" in der Mitte des Dorfs aufgerichtet. Der Platz war mit behauenen Steinen eingefasst. In dessen Mitte stand dann der Baum und um ihn herum nahm am Kirchweihsonntag der Tanz seinen Anfang, der später in den Gastwirtschaften fortgesetzt wurde. Es wurde nicht alljährlich ein neuer Baum aufgestellt. War der Stamm des alten noch gut, kam nur ein neuer Wipfel darauf.
Am Kirchweihsonntag wurde am Herrenberg "die Kirchweih abgeholt". Dabei hatten die Burschen weiße Leinenhemden an und jeder trug eine Heugabel mit einem aufgespießten Kirchweihkuchen, die auch während des Tanzes nicht weggelegt wurde. Nur die besten Tänzer und Tänzerinnen durften am Tanz teilnehmen. Nach drei Touren wurde dann im Wirtshaus weiter getanzt.
Am Montagmorgen besuchten auch die Wohnroder in Fellen den Seelengottesdienst. Nach demselben standen ihre Musikanten an der Kirchentreppe, spielten Jung und Alt ins Wirtshaus und der Kirchweihtanz wurde fortgesetzt.

Nach Errichtung des Feuerwehrhäuschens in der Dorfmitte war ein geeigneter Platz zur Aufstellung des "Kirbma" zunächst nicht mehr vorhanden. Deshalb gab es längere Jahre keinen Kirchweihbaum mehr. Erst vor etwa 70 Jahren wurde der alte Brauch wieder aufgenommen. Ein Planbaum war es aber nicht mehr.

Neben der Gastwirtschaft wurde von nun an eine mächtige Fichte, geschmückt mit Kranz und bunten Bändern, aufgestellt. Das Holen dieses "Kirbma" oblag jeweils den jüngsten Burschen, die im laufenden Jahr aus der Fortbildungsschule entlassen wurden. Sie bezeichnet man auch heute noch als die "Plotzburschen" (Platz-/Planburschen).

Ein uralter Kirchweihbrauch ist das Aufstellen des Kirchweihbaums, des "Kirbma".Heute..
.. fahren die "Plotzburschen" am Kirchweihsamstag schon vormittags mit bebänderten Hüten und einem geschmückten Traktor in den Wald und holen dort eine schon vorab ausgesuchte Fichte. Am Nachmittag kehren sie in heiterster Stimmung zurück und werden am Ortseingang von der Musikkapelle und der Dorfjugend empfangen und zur Dorfmitte geleitet, denn heute wird der "Kirbma" wieder hier mit Hilfe von Stangen, Leitern und viel Mühe aufgestellt.

Am Kirchweihsonntag, vor Beginn der Tanzmusik am Abend, wird "die Kirb ausgegraben". "Die Kirb" ist dabei eine Flasche Schnaps, die in der Kirchweihdienstagnacht des vorhergegangenen Jahres von einigen Burschen heimlich vergraben wurde. Ein festlicher Zug bewegt sich nun zu diesem Ort, den bis dahin nur die "Plotzburschen" kennen.

Unmittelbar vor dem Loslaufen informieren die Burschen die Kapelle, die den Zug anschließend über Umwege dorthin führt. Den Musikanten und dem "Kirbjahrgang" - darunter befinden sich mindestens zwei Plotzburchen mit Heugabeln - mit seinem bändergezierten Fichtenbäumchen, das später in der Mitte des Tanzsaales aufgehängt wird (sog. Schüdeljopp) folgt die Ortsbevölkerung. Ist der Ort erreicht und die Kirb ausgegraben, erhebt sich lautes Jubeln und Hurrarufen und die ausgegrabene Schnapsflasche macht die Runde um beim Rückweg an einer Schnur zwischen den beiden Heugabeln zu baumeln. Dann beginnt alsbald der abendliche Kirchweihtanz.

Am Kirchweihmontag spielt die Musikkapelle von Haus zu Haus auf. Dabei wird sie von den "Plotzburschen" begleitet, die Geld für die Musikanten sammeln. Früher wurden daneben in einem Huckelkorb auch Kuchen und Wurst entgegengenmommen. Ein Schnaps zwischendurch darf auch heute nicht fehlen, zumal das Wetter an der Kirchweih meist nasskalt ist.
Am Abend findet dann erneut der Kirchweihtanz im Saal Haas statt. Die Hauptrolle beim Kirchweihtanz spielen dabei natürlich stets die "Plotzburschen und -schicksen", also der jüngste schulentlassene Jahrgang.

Neben dem eigentlichen "Kirbma", der durch den "Kirbjahrgang" aufgestellt wird, werden in Fellen noch drei weitere Kirbbäume von verschiedenen Ortsteilgruppen aufgerichtet Jeder Ortsteil hat dabei den Wunsch, dass sein Kirbbaum der Höchste ist. Die "Öüberlinner" stellen ihren Baum in der Nähe des ehem. Saüplatz, die "Gasselinner" vor die "alte Burg" und die "Klöäßecker" beim "Kournze Jopp" auf.

Früher wurde anlässlich der Kirchweih fast in jedem Haus geschlachtet und es wurde sehr viel (Blech-)kuchen gebacken. Hausschlachtungen gibt es heute nicht mehr, aber der Kirbkuchen ("Ploatz") gehört nach wie vor zur Fellener "Kirb". Vielleicht heißt es nicht zuletzt deshalb in einem Kirblied:
"Die Feller Kirb, die Feller Kirb, die Feller Kirb is dou, woas senn die Laüt sou frou, woas senn die Laüt sou frou.."..


nach oben  nach oben
www.msp-info.de www.kommune-aktiv.de

Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn
Burgweg 1 | 97775 Burgsinn | Tel.: 09356 9910-0 | info@vgem-burgsinn.de
  OK  
Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung