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Eine bayerisch-amerikanische Einwanderer-Geschichte


Karl reiste nicht allein. Zwei Freunde, Philipp Kleespies und Albert Lutz, begleiteten ihn.In Burgsinn war es in der Vergangenheit bisweilen schwer seinen Lebensunterhalt zu erarbeiten. Bereits im 18. Jahrhundert wanderten deshalb einige Burgsinner Familien nach Ungarn, im 19. Jahrhundert zunehmend nach Amerika aus.

Im August 1923 verließ auch der 20jährige Karl Bayer, nachdem er zuvor seine noch während des Ersten Weltkriegs bei Fichtel & Sachs in Schweinfurt begonnene Schlosserlehre im Jahr 1919 beendete, seine Heimat. Begleitet wurde er dabei von seinen beiden Freunden Philipp Kleespies und Albert Lutz, ebenfalls aus Burgsinn. Ein Bäcker, ein Bauer und ein Schlosser machten sich also in der Zeit der großen Wirtschaftsdepression auf in die Neue Welt.

Bereits vor dem Abschied hatte er seinen Vornamen amerikanisiert und im Pass mit "Carl" unterschrieben.Neben der insgesamt aussichtlos scheinenden wirtschaftlichen Lage in Deutschland war für den jungen, ehrgeizigen Werkzeugschlosser die Frage des beruflichen Fortkommens ein wichtiger Beweggrund die Heimat zu verlassen.

In Deutschland herrschte Inflation, ein Laib Brot kostete beispielsweise in den zwanziger Jahren über zehn Millionen Mark.

Für den jungen Burgsinner war das Ehepaar Gubitz, Verwandte mütterlicherseits, die in Utica einen "grocery store", eine Gemischtwarenhandlung, betrieben, die erste Anlaufstelle in Amerika.

Karl mit seiner Ehefrau Josephine.
Beim Englisch-Sprachkurs, den jeder Neuankömmling absolvieren musste, lernte Karl seine spätere Frau Josephine Beerhalter, eine Landsmännin, die aus der Gegend von Aalen/Württemberg nach Amerika ausgewandert war, kennen.

Karl zog alsbald weiter westlich nach Rochester, wo er auf gute Arbeitsmöglichkeiten in der dort ansässigen feinmachanischen Industrie hoffen konnte. Er fand zuletzt eine Anstellung in der Entwicklungsabteilung der Hawkeye-Werke. Dort war er mit der zeichnerischen Konstruktion von Optiken für Ferngläser und Kameras befasst. Zugleich bildete er sich an einer Technikerschule in seinem Beruf weiter und beendete dieses Privatstudium mit bestem Erfolg. Seit Januar 1936 arbeitete er schließlich als Design-Ingenieur für Hawkeye/Eastman Kodak.

Als Karl sich in gesicherter beruflicher Stellung wusste, heiratete er seine Freundin Josephine im April 1927.

Im Jahre 1930, also sieben Jahre nach der Auswanderung, überquerte der nunmehr amerikanische Staatsangehörige Karl zusammen mit seiner Ehefrau Josephine den Atlantik erstmals in umgekehrter Richtung.



Quelle: Katalog zur Ausstellung "Good bye Bayern - Grüß Gott America",
Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg 2004
Autor: Bernhard Müller Wirthmann

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