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Das alte Rathaus


Das alte Rathaus hat sich im Laufe der Jahre äußerlich kaum verändert.
Der Gewinn des über 300 Jahre währenden Waldprozesses versetzte die Marktgemeinde Burgsinn in die Lage durch die Nutzung des Waldes, wenn auch nur vorläufig, lang überfällige Projekte anzugehen. Dazu gehörte auch der Bau eines standesgemäßen Gemeindehauses.
Der Kostenvoranschlag vom 30. Juli 1871 für das neue Rathaus belief sich auf 10.800 Gulden. Der Akkordant Hergenröder erhielt den Zuschlag und hatte dafür alles Material zu stellen und die nötigen Fuhren zu leisten. Nur das Eichenholz wurde durch die Gemeinde gestellt und angeliefert.
Der Abbruch des auf dem Grundstück stehenden Wirtshauses nahm der Akkordant gegen den Wert des Materials und 150 Gulden an die Gemeinde vor.
Die von der königlichen Baukommission genehmigten Pläne zeichnete Zimmermeister Peter Herget. Bauaufsicht führten Distriktschreiber Neu vom königlichen Bezirksamt Lohr und Mauerermeister Fleuchhaus von Zimmern.

Anhand dieser Aufnahme der Hauptstraße kann man erkennen, dass sich das Umfeld des Rathauses stark gewandelt hat.
Im Keller dienten zwei Gewölberäume als Speisekammer. Der erste Stock beherbergte vier Zimmer und eine Küche. Im Obergeschoß waren ein Sitzungssaal, ein Beratungszimmer, ein Wartezimmer und ein Nebenzimmer untergebracht.
Bereits nachdem das Kellergeschoß mit den Gewölben hochgemauert war, zeigte der Burgsinner Maurermeister Wirthmann schwere Mängel bei der königlichen Baukommission an. Doch leider nahm ihn zu diesem Zeitpunkt noch keiner ernst.
Im Jahr 1875 wurde der Neubau fertiggestellt. Im September genehmigte die Regierung von Unterfranken und Aschaffenburg die Übernahme durch den Markt Burgsinn. Doch schon jetzt zeigten sich Ausbuchtungen im unteren Bereich. Die Gewölbe drückten nach außen. Risse und Wölbungen wurden aber immer noch als für einen Neubau typisch abgetan.

Als 1892 bis zur Fertigstellung eines neuen Schulgebäudes die Schulen im Rathaus untergebracht waren, nahmen die Baumängel allerdings bedrohliche Ausmaße an. Nachbesserungen wurden notwendig, da scheinbar Einsturzgefahr bestand. Mit Holzbalken wurde das Haus schließlich zusätzlich abgestützt. Das königliche Bauamt befahl sogar, das Haus räumen zu lassen. Eine Überprüfung durch das Kreisbaureferat ergab aber, dass sich die Baumängel, die sich bereits kurz nach dem Neubau gezeigt hatten, nicht weiter verschlimmert hatten. So durften die Schüler bis zum Herbst bleiben.
Im Oktober zog sich dann ein Riss an den Giebelwänden bis in den Keller und als wegen eines Waldbrands Sturm geläutet wurde, fiel sogar eine der beiden Glocken vom Dach.

Als im Jahre 1905 die Wasserleitung verlegt wurde beschädigte man die hölzernen Abflussrohre durch die, die im Keller der Rathausscheune vorhandene Quelle zur Aura abfloss. Der Keller wurde dadurch unbrauchbar und auch die Keller der anliegenden Häuser waren fortan nur noch in den Sommermonaten nutzbar. Die betroffenen Bürger forderten bald darauf aus gutem Grund Entwässerungsmaßnahmen.


Das Bild zeigt den in den Jahren 1954/55 neu renovierten Sitzungssaal im alten Rathaus. Mit großem Aufwand wurde "ein würdiger Sitzungsraum, der in Form und Ausstattung der Vorstellung von dem Rathaussaal einer großen und holzreichen Gemeinde, wie sie Burgsinn ist, voll gerecht wird" geschaffen, schrieb die Main-Post in der Ausgabe vom 17.10.1956. Erstmals vom Marktgemeinderat genutzt wurde der Saal am 10. Juni 1955. Nach der Sitzung wurde die Einweihung im Gasthaus Abersfelder auf Kosten der Gemeindekasse nach einstimmigem Beschluss gefeiert. Wahrscheinlich kam es auf ein bisschen mehr oder weniger nicht mehr an..


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