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Steinzeitliche Funde


Dass Burgsinn einer der bedeutensten Plätze von steinzeitlichen Funden des Spessarts und der Vorderen Rhön ist, dürfte für Viele überraschend sein. Vor allem aus der Mittelsteinzeit wurden allein an die 3000 kleine Steineinsätze, bearbeitete Feuersteine und Abfälle aus der Fertigung sichergestellt. Die Mittelsteinzeit kennzeichnet den Übergang zwischen Alt- und Jungsteinzeit. Mit Beginn der Mittelsteinzeit um 8000 v.Chr. begann es am Ende des Eiszeitalters in Mitteleuropa wieder allmählich wärmer zu werden. Die Gletscher in Skandinavien und in den Alpen hatten sich weit zurückgezogen. In den weitverbreiteten Laubwäldern lebten vor allem Waldtiere. Besonders zahlreich waren Rothirsche und Rehe. Die Menschen waren wie ihre Vorgänger in der Altsteinzeit überwiegend Nomaden, begannen aber schon manchmal in kleinen Siedlungen mit Hütten oder Zelten monatelang zu wohnen. Mit Pfeil und Bogen sowie Wurfspeeren stellten sie größerem Standwild nach. Mit auffallend kleinen Steinsplittern (Mikrolithen), oft nur daumennagelgroß, die man in aufgespaltete Stiele aus Holz, Knochen oder Geweihe steckte, stellten sie Pfeile, Sägen, Harpunen oder Fischspeere her. Zu den wichtigsten Erfindungen der Mittelsteinzeit zählt das geschäftete Feuersteinbeil. Mit ihm konnte man den Wald bei der Anlage von Siedlungen lichten, Bauholz für Hütten oder Zelte zurecht hauen, Einbäume aushöhlen sowie Holzgeräte und Waffen herstellen. Bevorzugte Jagd- und Aufenthaltsorte waren die Täler der Gewässer, die reichhaltig Nahrung boten und den Tieren als Tränke dienten.

Um 4500 v.Chr. (Jungsteinzeit) begannen die Menschen sesshaft zu werden. Sie betrieben Ackerbau und Viehzucht als Ernährungsgrundlage und bauten Langhäuser. Sie beherrschten das Töpferhandwerk und verfeinerten die Herstellung von Werkzeugen. Die Schleiftechnik stellte eine wichtige Verbesserung bei der Steinbearbeitung dar. Sie ermöglichte die Herstellung von scharfen Klingen. Mit der Bohrtechnik konnte man die Streitäxte mit einem Loch versehen, das den Schaft aufnahm. Bevorzugtes Material war der Feuerstein, der oft von weit her geholt werden musste.

Auch im Sinntal haben die ersten nachweisbaren "Burgsinner" ihre Spuren hinterlassen, auf die vor allem Nikolaus Kleespies stieß. Auf dem "Schlossfeld" und auf der "Rothe Heide" nordöstlich des Ortes fand er 1986 Feuersteingeräte und -abschläge aus der Mittelsteinzeit. Weitere Funde, darunter ein Steinbeil, aus der Jungsteinzeit wurden am "Bienengarten" und am "Geigenpeterbrunnen" sichergestellt. Bereits 1931 wurde beim Bau der neuen Bezirksstraßenbrücke eine Steinaxt mit verbreiterter Schneide und einem konischen Schaftloch entdeckt. An der Einmündung zum "Großen Etschtal" sammelte Architekt Gerd Mende aus Gelnhausen 2700 Feuersteinstücke und 50 kleine Steine auf. Es handelt sich bei diesem Fundort um einen bedeutenden Rastplatz aus der Mittelsteinzeit.

Beim Bau des Gebäudes der Verwaltungsgemeinschaft legte man beim Aushub des Kellers (siehe Foto unten) Mauer- bzw. Fundamentsreste aus rotem Buntsandstein frei. Sie wurden ohne Mörtel aneinandergesetzt und die Fugen mit Zwickelsteinen und bindigem Boden verfüllt. Außerdem fand man zwei nebeneinander liegende Holzrohrleitungen mit einem äußeren Durchmesser von 20 cm. Die Bohrung weist einen Umfang von 8 cm auf. Vermutlich handelt es sich um Teile der ehemaligen Wasserleitung von Burgsinn. Nach einer dendrochronologischen Untersuchung durch Thorsten Westphal der Universität Frankfurt wurde der Baum 1732 gefällt.



Weiterhin wurde in diesem Bereich ein Eichenbalken, der im Bereich eines Zapfenloches von einem weiteren querliegenden Balken durchdrungen wird, sichtbar. Ob hier ein Zusammenhang mit der mündlichen Überlieferung, dass die Wasserburg mit dem Fronhofer-Schlösschen durch einen unterirdischen Gang verbunden war, besteht, lässt sich nur vermuten.



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