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Die katholische Kirche


Wie in vielen Orten prägen die beiden Kirchen der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden das Ortsbild des Marktes Burgsinn entscheidend. Bevor die evangelische Gemeinde 1955 mit einem Neubau ihr eigenes Gotteshaus erhielt, nutzten die beiden Konfessionen die katholische Kirche gemeinsam. Über den ersten Kirchenbau in Burgsinn ist nichts bekannt.

Die älteste Nachricht finden wir im Catal defunctorum der evangelischen Pfarrei aus dem Jahre 1604: "Gestorben NN als er zuvor den neuen Kirchturm aus dem Funtament ausführen lassen." Auch der Spitzhelm des Turmes ist typisch für diese Zeit. Er ist der einzige noch erhaltene Teil dieses Kirchenbaues, der in der Zeit des Fürstbischofs Julius Echter erstellt wurde. Doch dürfte er als Erbauer nicht in Frage kommen, da Burgsinn damals evangelisch war, wie Kirchenrat Georg Zeitler in seiner Chronik schreibt. 1623 wurde vermutlich das Langhaus erweitert, wie eine Bittschrift des katholischen Pfarrers an Ludwig von Thüngen zu Wolfsmünster schließen lässt. Das Langhaus dieser Kirche wurde 1805 abgebrochen, um einem Neubau Platz zu machen.

Das Holz für die Bauarbeiten stellten die Herren von Thüngen, die auch für die Durchführung verantwortlich waren, worauf ihr Wappen über dem Hauptportal hindeutete. Auch die Protestanten beteiligten sich, indem sie Mauersteine, Sand, Bauholz, Kalksteine von Wolfsmünster und vom Sodenberg nach Burgsinn transportierten. Die katholische Kirchenstiftung kam für die restlichen Kosten auf. Beim Neubau des Kirchenschiffs nach den Plänen von Architekt Fuchsenberger aus Bamberg in den Jahren 1907 und 1908 blieben nur wenige Mauerreste des alten Langhauses erhalten.

Das neue Kirchenschiff erhielt zwischen Chor und Langhaus eine gewaltige Kuppel, was der Kirche im Volksmund den Namen "Sinntaldom" verschaffte. Das neue Langhaus wurde erhöht und die Eingangsfassade erhielt einen neuen Giebel, dem durch drei gekehlte Gesimse die Höhe genommen wurde. Unter dem Giebeldreieck erinnert die Inschrift "DIESER ORT IST HEILIG" unübersehbar den Besucher an die Würde des Ortes und an die Kirche als Zufluchtsort für Verfolgte. Über dem Eingangsportal wurde wieder das Wappen der Familie von Thüngen, umrahmt von einem geschweiften Schuppenstab, angebracht, da sie einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung des neuen Gotteshauses leisteten.

1921 wurde der Turm bis auf die Glockenstube abgerissen und ein Jahr später um ein Geschoss erhöht, da er im Vergleich zum neuen Langhaus zu niedrig war. Eine neue Glockenstube war auch notwendig geworden, um die neuen viel größeren Glocken aufnehmen zu können.
1939 erfolgte die erste Innenrenovierung und 1960 wurde die Kirche gründlich außen und innen renoviert. Bei der dritten Erneuerung erhielt die Kirche 1980 auch eine neue Orgel. Im Jahr 1993 und zuletzt im Jahr 2004 wurde die Kirche erneut renoviert.

Das Innere der Kirche beherbergt einige sehenswerte Kunstschätze, die einen Besuch lohnend machen. Der Hochaltar, ein frühklassizistischer Aufbau aus der Zeit um 1770, soll aus der Werkstatt Peter Wagners stammen. Das Altarbild von 1889 zeigt den Kirchenpatron Erzengel Michael als Drachentöter. Im Aufbau darüber ist ein Relief, den Hl. Lukas darstellend, eingelassen. Die beiden Seitenfiguren, St. Johannes der Täufer und St. Johannes der Evangelist, gelten als Originalarbeiten Peter Wagners. Das Chorkreuz wurde aus der alten Kirche übernommen.

Auf der linken Seite hat man durch ein dreigeteiltes Portal aus rotem Sandstein Zugang zur angebauten Loge der Familie von Thüngen. Durch die beiden vergitterten Fenster neben der Türe konnten sie, abgeschirmt von den übrigen Gläubigen, den Gottesdienst verfolgen.

"Der künstlerische wertvollste Schmuck des neuen Gotteshauses ist das Deckengemälde", schreibt Kirchenrat Georg Zeitler in seinen Aufzeichnungen. Nicht jeder wird ihm hier zustimmen, aber mit Sicherheit beeindruckt die bemalte Kuppel in dieser Ortskirche durch ihre Ausmaße jeden Besucher. Chor und Schiff verlieren gegenüber diesem mächtigen Zentralbau an Bedeutung. Die Darstellung des Engelsturzes im Gewölbe ist ein Werk des Münchner Akademiedirektors Karl von Marr aus München.

Im Rundbau fand vorne auf der linken Seite der Marienaltar aus der alten Kirche seinen Platz. Nach Aufzeichnungen im Pfarrarchiv wurde er 1803 vom Augustinerchorherrenstift in Würzburg angekauft. In der Mitte befindet sich eine Figur der Mutter Gottes mit dem Kind auf dem Arm. Es ist eine Kopie der um 1500 geschaffenen Originalfigur, die 1907 aus dem Altar genommen und 1947 an Stift Haug nach Würzburg verschenkt wurde. Schon allein deswegen ist Stift Haug ein Besuch wert. Flankiert wird sie auf der linken Seite von der Heiligen Margarete und rechts vom Heiligen Wendelin.

Auf der rechten Seite des Rundbaues war neben der Kanzel ehemals der schlichte Altar mit einem Oberammergauer Kruzifix für die evangelischen Mitchristen. Heute hängt an dieser Stelle ein Gemälde mit den Frankenaposteln, Kilian, Kolonat und Totnan, aus der Richtung des Malers Oswald Onghers. Bis etwa 1890 gehörte es zum Hochaltar, bevor es durch das heutige Altarbild ersetzt wurde.

Bemerkenswert sind die beiden Epitaphien an den Seiteneingängen. Gefunden wurden sie, als man im Zuge des Neubaues auch den Fußboden im Turm aufriss. Die beiden Hochreliefs waren mit dem Bild nach unten als Belag zweckentfremdet worden. Die Platte am rechten Seiteneingang stellt einen Ritter mit seiner Frau und den beiden Kindern am Kreuz betend, unter einem angedeuteten Gewölbe getragen von zwei Säulen, dar. Links und rechts des Kreuzes sind auf zwei Tafeln die Inschriften "AUS DIEPHER HERR RVF ICH ZV DIR" und "ES WOLLE VNS GOTT GNEDIG SEIN" eingemeißelt. Der Sockel auf dem der Mann kniet, trägt das Monogramm HR eines lokalen Bildhauers, der besonders für die Thüngen arbeitete.
Die zweite Platte stellt ebenfalls einen Ritter in Rüstung mit seiner in zeitgenössischer Tracht gekleideten Frau, den Gekreuzigten anbetend, dar. Zu ihren Füßen knien ihre acht Kinder, vier Jungen und vier Mädchen. Da die Steine aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts datieren, könnte der erste der des Ludwig von Thüngen sein, der 1554 verstarb.

Beim Blick nach hinten in das Kirchenschiff bietet sich dem Betrachter im wahrsten Sinne des Wortes eine schwungvolle Architektur. Das Tonnengewölbe des Langhauses ist elliptisch gebogen und wird wieder von den drei die Empore tragenden Gewölben aufgegriffen. Auch die Brüstung der Empore bildet einen weiten Bogen, der außen in zwei großen Rundungen ausläuft. 21 quadratische durch goldfarbene Eierstäbe gerahmte Motive aus den Evangelien und dem Leben Heiliger wurden auf den Putz aufgetragen und ziehen sich wie ein Ornament über die ganze Vorderseite der Emporenbrüstung. Die Kreuzwegstationen an den Wänden des Langhauses sind farbig gefasste Reliefs aus Lindenholz, die der Würzburger Künstler Ludwig Sonnleitner 1942 schnitzte.
Außen in der Ecke zwischen Turm und Langhaus wurde 1909 zum Andenken an die Missionen von 1899 und 1909 durch Kapuzinerpatres ein überdachtes Kruzifix aufgestellt.


Das Pfarrhaus

In unmittelbarer Nähe steht das Pfarrhaus umgeben von einem geräumigen Garten. Das gotisierende Gebäude wurde 1896/97 nach den Plänen des Burgsinner Technikers Julius Herget an der Stelle des alten erbaut.
Der zweigeschossige Bau besteht aus ockerfarbenem Backsteinmauerwerk mit Fassadenverblendungen aus rotem Bundsandstein, ebenso wie die Rahmen der Fenster. Der Treppengiebel an der Südfront, der dem Gebäude einen Ortsbild prägenden Charakter gibt, trägt oben ein steinernes Kreuz. Das Anwesen ist auf das Zusammenwirken mit der Kirchenfassade hin kombiniert.





Pfarrkirche St. Michael
Hochaltar
Beichtstuhl
Seitenaltar
Kanzel
Kath. Pfarrhaus
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