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Der Friedhof



Der älteste Friedhof lag wie in allen Dörfern als "Kirchhof" um die Kirche herum. 1804/05 wurde der Friedhof mit dem Neubau der Kirche auf das Grundstück am Birkigweg verlegt. "Er lag in nördlicher Richtung dicht vor dem Orte rechts vom Weg in die Gressel", schreibt Georg Zeitler. 1883 wurde auch dieser Friedhof aufgelassen und als Garten den Schwestern der "Kleinkinderbewahranstalt" (= Kindergarten) überlassen, denn auch er war zu klein geworden und so entschloss sich die Gemeinde den Friedhof etwa 500 m weiter nördlich, ebenfalls am Weg zur Gressel, anzulegen. Diese letzte Ruhestätte wurde und wird auch heute noch von beiden Konfessionen benutzt. Der neue Friedhof war ursprünglich durch kreuzförmig angelegte Mittelwege in vier große rechteckige Gräberfelder unterteilt. In der Mitte erhob sich ein lebensgroßes Kruzifix aus Zinkguss mit der Inschrift:

"Kreuz, unsere Hoffnung allezeit
In dieser kurzen Lebenszeit:
Der Frommen mehre Gnad und Huld,
den Sündern tilge Straf und Schuld!"

In die Mauer rund um die Gräber wurden durch Maurermeister Wirtmann aus Burgsinn Stationshäuschen für die "14 Leidensstationen des göttlichen Erlösers" eingelassen. Die Bilder dafür wurden von der Lohrer Firma Rexroth aus Eisen gegossen und vom Künstler Driesler farbig gefasst. Eine protestantische Minderheit in der Gemeindevertretung und das evangelische Pfarramt sprach sich gegen diesen Kreuzweg aus, "weil diese Bilderreihe den Eindruck auf Fremde hervorrufe, als ob die Katholiken die Herrschaft hätten." Doch diese Eingabe wurde von den Behörden abgewiesen.
Entlang der Friedhofsmauer wurden Familiengräber angelegt, die so lange erhalten werden sollen, wie der Friedhof besteht. An der Ostseite dieses Friedhofteils in der Nähe der heutigen Aussegnungshalle befindet sich das Mausoleum der Familie von Thüngen. Es ist aus hellen Sandsteinen erbaut. Über der Eingangstür wurde das in Stein gehauene Familienwappen angebracht. Im Anschluss daran zieht sich ein Fries mit Jugendstilornamenten um den quadratischen Bau. Eine gestufte Kuppel, ebenfalls aus Sandstein, überdacht die Anlage. Auf die Spitze ist ein oval eingefasstes Kreuz gesetzt.


Bis 1940 war es in Burgsinn üblich, die Verstorbenen bis zur Beisetzung im Wohnhaus aufzubahren. "Dieses Verfahren hat sich nicht nur als unzweckmäßig, sondern auch in reichlichem Maße als unhygienisch und gesundheitsschädlich erwiesen, zumal als in den meisten Familien Wohnverhältnisse herrschen, die oftmals als katastrophal bezeichnet werden müssen," monierte Bürgermeister Enser in einer Gemeinderatssitzung 1939 und forderte auf Grund unschöner Vorkommnisse die Einführung des Leichenhauszwanges.

Deshalb wurde das auf dem Friedhof vorhandene Fachwerkhäuschen bis zu einer endgültigen Lösung als Leichenhaus genutzt. Doch wegen Ausbruch des II. Weltkrieges konnte der für 1940 geplante Neubau nicht ausgeführt werden.

Erst 1957 löste die Gemeinde Burgsinn mit der Einweihung des heutigen Leichenhauses ein seit langem diskutiertes Problem. Das Haus besteht aus einem Hauptbau mit vier Aufbewahrungsstätten und einem davor liegenden geräumigen Aussegnungsraum mit anschließender überdachter Vorhalle, die von leichten Mauerbögen getragen wird. Das Mosaikwandbild "Die Auferstehung" im Innern wurde von dem Würzburger Graphiker Leo Flach angefertigt. Im rechten Seitenbau ist eine kleine Sakristei untergebracht. Im Untergeschoß befindet sich der Sezierraum.


Mit wachsender Einwohnerzahl wurde auch der Friedhof zu klein. 1959 erfolgte die Erweiterung südlich und 1967 nördlich des neuen Leichenhauses. 1973 wurde der Friedhof auf seiner ganzen Breite um ein weiteres Gräberfeld nach Norden ausgedehnt. Die vier großen Douglasien in der Mitte wurden gefällt und das Friedhofskreuz an die neue nördliche Außenseite versetzt. Ab 1994 musste man sich schon wieder mit einer Erweiterung befassen. Doch wegen der in diesem Gebiet geplanten Tiefbrunnen wurde die Maßnahme zunächst verschoben.

Friedhof der freiherrlichen Familie von Thüngen

Nördlich des Gemeindefriedhofs liegt am Fuße der "Vorderen Gressel" der kleine Friedhof der freiherrlichen Familie Andreasischer Linie in der Achse des am anderen Sinnufer gelegenen "Neuen Schlosses". Aus dem Friedhof am Birkigweg wurde nach dessen Auflassung das Grabmal des 1824 verstorbenen Heinrich Wilhelm von Thüngen nach hier übertragen. Er war der erste katholische Thüngen dieser Linie. Die in den Stein eingelassene Tafel trägt die Inschrift "Heinrich Wilhelm, Reichsfreiherr von Thüngen, Herr auf Thüngen, Burgsinn, Heßdorf, Reußenberg extr. Ehemaliger Hochfürstlicher Würzburg'scher Garde-Hauptmann und Hofkavalier, geboren am 18. Juni 1752, gestorben am 21. März 1824. Gewidmet von seinen Söhnen.
Außerdem sind noch die Einfassungen zwei weiterer Gräber zu sehen, das eine ohne, das andere mit einem liegenden Gedenkstein.

Etwas weiter oben am Hang steht die über der Gruft 1865 erbaute Grabkapelle aus rotem Sandstein. Zugang zur Kapelle hat man durch das rundbogige Portal, dessen Laibung mit Hohlkehle und Stäben verziert ist. Das Bogenfeld wird durch Maßwerk aus einem ganzen und zwei halben Vierpässen gegliedert. Über der Tür weist ein in Stein gehauenes Wappenrelief auf den Besitzer der Kapelle hin. An beiden Seiten befinden sich zwei kleine Rundbogenfenster mit jeweils einem Vierpass als Maßwerk. Seitenwände und Giebel schließen oben mit einem Sägezahnfries ab.
Auf der linken Seite des Aufganges zur Grabkapelle steht auf einem geräumigen Platz der Schönstatt-Bildstock. Er war nach dem Kriege durch die Initiative von Alfred Brand zunächst weiter vorne aufgestellt worden und wurde später hierher versetzt.


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