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Die Synagoge



In Burgsinn lebten Juden lange Zeit unter dem Schutz der Freiherrn von Thüngen, die den Burgort im 15. Jahrhundert zu einem ihrer Stammsitze ausgebaut hatten. 1813 zählte man 85 und im Jahr 1816 noch 81 Juden. Von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden es jedoch beständig weniger. 1900 lebten bereits nur noch 63, 1933 dann lediglich noch 49 Juden im Ort. Im Mai 1937 war die Zahl bereits auf 29 zurückgegangen. Die jüdischen Schüler besuchten seit dem Schuljahr 1936/37 die jüdische Volksschule in Mittelsinn. Ausschreitungen im März 1938 und im Zusammenhang mit der Reichspogromnacht führten schließlich zur Auflösung der Gemeinde.
1940 lebten noch drei Juden in Burgsinn, die am 27. November 1941 letztendlich auch von Würzburg aus in die Vernichtungslager deportiert wurden.


Ein Hinweis auf das ehem. jüdische Leben in Burgsinn findet sich heute noch in der Fellener Straße 14. Es war das Haus des Metzgers und Viehhändlers Emanuel Stein. Über dem Türsturz der Haustüre, durch die man gleichzeitig in die dahinter gelegene Synagoge gelangte, sieht man eine hebräische Inschrift mit der Buchstabenfolge "LWAKTABA", die rückwärts zu lesen ist: "ABATKAWL". Bei den letzten Buchstaben handelt es sich um eine Jahreszahl nach jüdischer Zählung und zwar abgekürzt für die Jahresangabe "576 nach der kleinen Zählung". Dies meint das jüdische Jahr 5576 = 1815/16. Somit ist das Haus Fellener Straße 14 in den Jahren 1815/16 erbaut worden. Erbaut wurde es von demjenigen, der sich hinter den Buchstaben ABA verbirgt. Vermutlich handelt es sich um ein Kürzel, zum Beispiel für Abraham Sohn (Ben) des Abraham oder anderes.

Bis 1988 konnte man noch den ursprünglichen baulichen Zustand der 1780 erbauten Synagoge ("Die Grundfläche 1780 vom Jüdle Katz geschenkt erhalten und im nämlichen Jahre die Synagoge errichtet.") erkennen. Sie wurde wie das Schulhaus Am Lindenberg 17 und das Ritualbad in der Schmiedegasse während der "Reichskristallnacht" 1938 stark beschädigt.


Die Synagoge war ein auf einem Sandsteinfundament errichteter Fachwerkbau mit Halb- und Vollrundbogenfenstern. Das flache Muldengewölbe im Inneren war mit Ornamenten in Grau und Rot bemalt. Auch die Brüstung der ehemaligen Frauenempore war noch bis in die 90er Jahre zur Hälfte erhalten. Die Sandsteinfragmente des Altarunterbaus waren als Treppenstufen verwendet worden. Schließlich wurde aber die bauliche Substanz so stark verändert, dass heute der ehemalige Zweck, des als Wohnhaus dienenden Gebäudes, nicht mehr zu erkennen ist. Sehr wenig ist von der Inneneinrichtung geblieben. Das Glöckchen der Thorarolle grub Max Heinemann aus dem Aschenhaufen auf dem Sportplatz, wo man die Inneneinrichtung in der Pogromnacht verbrannt hatte. Er nahm es mit nach New York - seine neue Heimat.

Heute erinnert nur noch wenig an die ehemaligen jüdischen Mitbürger. Zwar wurde für sie eine Gedenktafel im Rathaus angebracht, doch leider hat man wenig getan, um die noch vorhandenen Einrichtungen der Kultusgemeinde zu erhalten.
Glücklicherweise exisitiert aber die Gesetzestafel der Burgsinner Synagoge mit den zehn Geboten noch. Sie ist im Dokumentationszentrum des Stadtarchivs Würzburg zu sehen.


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