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Strecke 46


Bauwerk 91: Unterführung Ortsverbindungsstraße Burgsinn-Gräfendorf
Bauwerk 91: Unterführung Ortsverbindungsstraße Burgsinn-Gräfendorf

Ruinen von alten Burgen sind im Prinzip nichts Außergewöhnliches. Man trifft quasi überall in Europa auf die Überbleibsel längst vergangener Zeiten. Außergewöhnlich ist allerdings eine Unterführung mitten im Wald, die nicht den geringsten Zweck erfüllt. An der Ortsverbindungsstraße zwischen dem Markt Burgsinn und der Gemeinde Gräfendorf (MSP17) steht eine solche Unterführung (siehe Foto oben). Wer beim Hindurchfahren nicht darauf achtet, merkt noch nicht einmal, dass darüber keine Straße verläuft. Weder von links, noch von rechts nähern sich Fahrzeuge, die anschließend in die Ferne verschwinden. An beiden Seiten des Bauwerks befinden sich stattdessen Bäume und Sträucher. Wie kommt das?

Die Unterführung ist Teil der "Strecke 46", dem historischen Vorläufer der Autobahn A7 (Flensburg-Füssen). Mit dem Bau des Teilabschnitts Fulda-Würzburg wurde im Jahr 1937 begonnen. Wegen des zwangsweisen Abzugs von Arbeitern für den Bau des Westwalls, aber auch wegen schlechten Wetters kam der Autobahnbau allerdings nicht voran. Nach Kriegsbeginn wurden die Arbeiten im Jahr 1940 ganz eingestellt und nach 1945 wurden die zahlreichen Baustellen entlang der Strecke 46 regelrecht geplündert. Die Amerikaner transportierten dabei zuerst Bauholz, Sand, Kies und Schotter ab, später wurden sogar Verblendsteine und Entwässerungsrohre von der Bevölkerung geholt und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Auf der nicht genutzten Autobahntrasse wurden schließlich Felder angelegt.

Überlegungen nach dem Krieg die Strecke 46 fertigzustellen wurden bald aufgegeben. Lediglich zwischen dem Hattenbacher Dreieck und Fulda konnte teilweise auf Trasse und Bauwerke der Vorkriegszeit zurückgegriffen werden. So kam es, dass der damalige Bundesverkehrsminister Seebohm 1960/61 die heutige Trassenführung der A7 festlegte und die Bauruinen der Strecke 46 zwischen Gemünden a.Main und Bad Brückenau größtenteils vom Wald bedeckt wurden.

Heute ist die Strecke 46 die längste, historische Autobahnruine Deutschlands und zugleich ein technisches Zeugnis, an dem sich wichtige Entwicklungsstufen aus der Anfangszeit des Autobahnbaus nachvollziehen lassen. Diese Tatsache und ihr einmaliger Zustand führten dazu, dass sie als Technikdenkmal unter Schutz gestellt wurde.

Broschüre über die Strecke 46

(PDF-Dokument, 4 MB)




Bauwerk 105: Unterführung "Roter Weg"
Bauwerk 105: Unterführung "Roter Weg"

Die "Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte" bietet mehrmals im Jahr Führungen über die Strecke 46 an.
Infos dazu erhalten Sie hier:



Bauwerk 69: Unterführung "Salusbrunnen"
Bauwerk 69: Unterführung "Salusbrunnen"





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