Fotovorschau und Logo ausblenden
Quick-Navigator:
Suche:
Sie sind hier: VGem Burgsinn » Die Verwaltungsgemeinschaft » Wie ist die Verwaltungsgemeinschaft entstanden? 

Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn - Wie ist sie entstanden?


Als letzter Teil der kommunalen Gebietsreform in Bayern wurden per Gesetz zum 1. Mai 1978 Gemeinden zusammengelegt und Verwaltungsgemeinschaften gegründet. Aus ehemals 7.073 selbständigen Gemeinden im Freistaat, wie es sie von 1819 bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab, blieben seinerzeit 2052 übrig. 1.287 Gemeinden wurden weiterhin in 393 Verwaltungsgemeinschaften zusammengefasst.

"Die Verwaltungsgemeinschaft war und ist Voraussetzung für den bayerischen Weg in der Gemeindegebietsreform, möglichst viele Gemeinden zu erhalten und ihnen im Rahmen eines Verwaltungsverbunds die Eigenständigkeit zu belassen", so formulierte einst Ministerpräsident Edmund Stoiber den Sinn und Zweck einer Verwaltungsgemeinschaft.

Schnell einig waren sich die Gemeinden Burgsinn, Obersinn, Aura im Sinngrund, Fellen und Mittelsinn, dass die VGem Burgsinn mit damals rund 7.300 Einwohnern eine gute Lösung für alle Beteiligten sei. Die "Sinngrund-Gemeinden" bilden seither die Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn mit Sitz in Burgsinn. Um einen noch stärkeren wirtschaftlichen Gegenpol zu den Zentren entlang des Mains darstellen zu können, dachte man kurzfristig über eine Erweiterung der Gemeinschaft durch die Stadt Rieneck und die Gemeinde Gräfendorf nach. Mit rund 10.400 Einwohnern hätte so ein besonders leistungsstarkes Gebilde entstehen können. Doch bereits im Oktober 1973 kristallisierte sich heraus, dass es eine Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn mit insgesamt sieben Mitgliedsgemeinden nicht geben wird. Rieneck und Gräfendorf gingen im Zuge der Gemeindegebietsreform eigene Wege.

von oben nach unten: Heinrich Müller, Karl Remlein, Karl Kratz, Peter PaulTrotz manchmal gegenläufiger Meinung haben die letztlich fünf zusammengefassten Gemeinden immer einen gemeinsamen Nenner gefunden. Mit dazu beigetragen hat sicherlich die rechtliche Stellung der Verwaltungsgemeinschaften, die nach dem Gesetz kein selbständiger Gemeindetyp sondern eine 1971 eingeführte Form des "gemeindlichen Zusammenwirkens" sind. Die Stellung der einzelnen Mitgliedsgemeinden wird durch die Zugehörigkeit zu einer Verwaltungsgemeinschaft keineswegs geschwächt. Nach der gesetzlichen Definition ist eine Verwaltungsgemeinschaft lediglich "ein Zusammenschluss benachbarter kreisangehöriger Gemeinden unter Aufrechterhaltung des Bestands der beteiligten Gemeinden". Damit erreicht eine Verwaltungsgemeinschaft die Stellung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie nimmt dabei nur die ihr von den Mitgliedsgemeinden übertragenen Aufgaben war. Die jeweiligen Gemeinderäte bestimmen auch bei der Zugehörigkeit zur Verwaltungsgemeinschaft weiterhin die Gemeindepolitik.

Eine "besondere Rolle" nahm die seinerzeit neu zu gründende Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn unter den Verwaltungsgemeinschaften in Bayern ein. Zusammen mit der "Hörner-Gruppe" in der Oberallgäugemeinde Fischen war der Sinngrund von der Staatsregierung als "Vorzeige-Verwaltungsgemeinschaft" auserwählt. Aufgrund der jeweiligen geographischen Lage im Norden des Landkreises Main-Spessart, eingebettet zwischen Spessart und Rhön und an zwei Seiten an das Bundesland Hessen angrenzend, stellt die Gegend an der Sinn einen "eigenständigen Lebens- und Wirtschaftsraum" dar.
"In Burgsinn ist man schon zwei Schritte weiter", soll der damalige Regierungspräsident Philipp Meyer zu den Vorbereitungen für die Bildung der Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn gesagt haben. Offiziell verfügt wurde die Gründung mit einer Rechtsverordnung der Regierung von Unterfranken vom 12. April 1976.

Mit einem "zeitlichen Fehlstart" was die Position des Verwaltungschefs anging, startete die Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn dennoch. Der Tod von Mittelsinns amtierenden Bürgermeister Karl Sachs machte einen vorausgehenden Urnengang der Bevölkerung am 11. Juni 1978 notwendig, so dass die Sitzung der Gemeinschaftsversammlung erst zwei Tage später stattfinden konnte. Der damalige 1. Bürgermeister von Burgsinn, Heinrich Müller, wurde schließlich zum Gemeinschaftsvorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn gewählt. Er war bereits zuvor von der Regierung von Unterfranken während der Vorbereitungsphase und die Zeit bis zur Gemeinschaftsversammlung zum "Beauftragten für die Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn" bestellt worden.

Nach nur einer Amtsperiode musste Müller den Gemeinschaftsvorsitz an den Bürgermeister von Aura, Herrn Karl Remlein, abgeben. Zwölf Jahre übte Remlein dieses Amt aus, bevor 1996 der 1. Bürgermeister der Gemeinde Mittelsinn, Herr Karl Kratz, in diese Position gewählt wurde.

Sein Nachfolger als Gemeindeoberhaupt von Mittelsinn ab dem Jahr 2008 wurde zugleich sein Nachfolger als Gemeinschaftsvorsitzender. 1. Bürgermeister Peter Paul war bis 2014 Vorsitzender der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn.

Seit dem 04.06.2014 ist Wolfgang Blum - und damit nach Karl Remlein erneut der 1. Bürgermeister der Gemeinde Aura i.Sinngrund - Gemeinschaftsvorsitzender.


Wolfgang Blum
Wolfgang Blum
1. Bürgermeister der Gemeinde Aura i.Sinngrund
Telefon: 09356/5270




nach oben  nach oben
www.msp-info.de www.kommune-aktiv.de

Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn
Burgweg 1 | 97775 Burgsinn | Tel.: 09356 9910-0 | info@vgem-burgsinn.de