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Geschichte von Mittelsinn


Die Gemeinde Mittelsinn liegt im nördlichen unteren Sinntal zwischen den beiden Marktgemeinden Burgsinn und Obersinn. Der Ort wurde wahrscheinlich im Jähre 1275, vermutlich nur etwas später als Obersinn, gegründet. Daraus dürfte sich auch der Ortsname ableiten, da man den Ort bei seiner Gründung von den beiden bereits bestehenden Orten Burgsinn (Synna) und Obersinn (Obern-Synna) unterscheiden und als in der Mitte liegend bezeichnen musste.

Anno 1396 verpfändet der Würzburger Erzbischof Gerhard von Schwarzburg dem Ritter Ludwig von Hutten und seinen Erben die Cente zu Mittelsinn.

Im 14./15. Jahrhundert setzten sich die Freiherrn von Thüngen nach und nach gegen die übrigen Adelsherren in Mittelsinn durch und erstanden deren Ländereien. Sehr unterschiedlich und kompliziert waren bis Mitte des 17. Jahrhunderts die Besitzungen und Rechtsverhältnisse im vierherrischen Sinngrund mit den Orten Aura, Mittelsinn und Obersinn. Ihre Integration fand diese Verschichtung von Besitz- und Herrschaftsrechten in der sich noch im 15. Jahrhundert ausbildenden vierherrischen Kondominatszent (Gerichtsverband mehrer Herrscher über dasselbe Gebiet) mit dem Sitz in Mittelsinn. An ihrer Begründung waren die Herren von Thüngen (Andreas'sche und Lutz'sche Linie) und die Herren von Hutten (Steckelberger und Altengronauer Linie) maßgeblich beteiligt. Die Gerichtsbarkeit über die Bevölkerung blieb jedoch der jeweiligen Herrschaft allein vorbehalten.

Im 30jährigen Krieg (1618-1648) wurde auch Mittelsinn schwer in Mitleidenschaft gezogen. Es existiert nur eine geschichtliche Nachricht, eine Urkunde aus dem Jahre 1646, wie es am Ende dieses Krieges in Mittelsinn aussah. Dieses Schriftstück ist ein Bericht des Daniel von Thüngen, Centherr zu 1/4 Anteil an der Reichsritterschaft, über das Schicksal seiner Untertanen. Die Schilderung gibt ein Bild des Jammers über die Gesamtzustände im Kondominat. Auszüge aus diesem Schriftstück:
  1. Das ganze Dorf Mittelsinn ist abgebrannt.
  2. Von den 17 Mittelsinner Untertanen hat keiner überlebt.
Zur Kirchengeschichte ist folgendes zu erwähnen:
Leider gibt es keine geschichtliche Überlieferung von wem und wann der Sinngrund christianisiert wurde. Laut Urkunde am 30.08.1413 wurde die Jacobi-Kirche zu Mittelsinn auf Bitte des dort begüterten Theodorici de Thungen von der Pfarrei Burgsinn getrennt und zur selbständigen Pfarrei gemacht. In welchem Jahre die Reformation im Dorf Mittelsinn und im gesamten Kondominatsgebiet ihren Anfang gefunden hat, konnte bisher nicht festgestellt werden. Sie dürfte jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit um die Mitte des 16. Jahrhunderts begonnen haben. Die Hutten und die Thüngen nahmen die "neue Lehre" an, also mussten ihre Untertanen dasselbe tun.

Die Religionsstreitigkeiten der Gegenreformation begannen im vierherrschaftlichen Sinngrund im Jahre 1660, als das Hochstift Würzburg die Thüngenschen Teile der Cent übernommen hatte. Die vormals Thüngenschen nun Würzburger Untertanen gehörten der protestantischen Religion an, weil ja alle des Kondominats, dessen Herren die "neue Lehre" angenommen hatten, des gleichen Bekenntnisses wie ihre Herrschaft sein mussten. Des Fürstbischofs Obrigkeit versuchte nun mit friedlichen aber auch mit gewaltsamen Mitteln, diese seine protestantischen Untertanen zum katholischen Glauben zurückzuführen, obwohl der Westfälische Friede allen Untertanen freie Religionsausübung garantiert hatte, im Gegensatz zu der Zeit vor dem 30jährigen Kriege. Die Protestanten des Sinngrundes fanden in diesen Streitigkeiten um Gewissens- und Religionsfreiheit wenig Hilfe. Die protestantischen Mitinhaber der Cent, die Fürsten von Hessen-Kassel, standen meist teilnahmslos dem Geschehen gegenüber. So hatte der Gegenspieler, der Fürstbischof von Würzburg, alle Trümpfe in der Hand. Der Streit und der Druck verstärkte sich immer mehr. Es dauerte lange, bis die Centherren beschlossen, diesen religiösen Hass zu wehren. Das Hochstift Würzburg, welches auch das Juliusspital vertrat, das kurfürstliche Haus Hessen-Kassel und die Fronhof'sche Vormundschaft entsandten ihre Vertreter zu einer Einigungsverhandlung nach Hammelburg. Zehn volle Tage dauerte diese Auseinandersetzung. Am 25.05.1671 wurde vertraglich jedem Untertan, ob kath. oder evangelische, freie Religionsausübung zugesichert. Insbesondere durften auf die Protestanten keine Zwangsmittel ausgeübt werden, um sie zum katholischen Glauben zurückzuführen. Die Kirche in Mittelsinn verblieb allein den Protestanten zur Religionsausübung vorbehalten. Dagegen sollten die Katholiken in den beiden Kirchen in Obersinn und Aura ihren ungehinderten Zugang haben.

Im Jahre 1808 kam Mittelsinn zur großherzoglichen frankfurtischen Provinz Aschaffenburg. Mit Vertrag vom 03.07.1814 kam das ehemalige Fürstentum Aschaffenburg und damit auch der Ort Mittelsinn zu Bayern.



Die jüdische Gemeinde von Mittelsinn

vom Arbeitskreis zum Gedenken an die jüdische Bevölkerung Mittelsinns
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www.msp-info.de www.kommune-aktiv.de

Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn
Burgweg 1 | 97775 Burgsinn | Tel.: 09356 9910-0 | info@vgem-burgsinn.de